Regeln für Videokonferenzen digitaler Selbsthilfe

Digitale Treffen können Selbsthilfegruppen dabei unterstützen, regelmäßig miteinander in Kontakt zu bleiben, räumliche Entfernungen zu überwinden und auch Menschen einzubeziehen, die nicht persönlich zu Treffen kommen können. Gleichzeitig stellen Online-Treffen besondere Anforderungen an Datenschutz, Kommunikation und Organisation. Die folgenden Hinweise und Grundregeln sollen dabei helfen, digitale Selbsthilfegruppen sicher, respektvoll und strukturiert durchzuführen.

Zugänglichkeit sichern

Digitale Selbsthilfeangebote sollten möglichst vielen Menschen eine Teilnahme ermöglichen. Dabei spielen technische, sprachliche und soziale Barrieren eine Rolle.

Wichtige Aspekte der Zugänglichkeit sind:

  • Einfache Teilnahme: Der Zugang sollte möglichst unkompliziert sein und ohne aufwendige Registrierung funktionieren.

  • Klare Informationen: Einladungen sollten verständlich formuliert sein und alle wichtigen Zugangsdaten enthalten.

  • Technische Alternativen: Wenn möglich, sollte eine Teilnahme auch per Telefon oder ohne Kamera möglich sein.

  • Barrierearme Kommunikation: Deutlich sprechen, Pausen lassen und Fachbegriffe möglichst erklären.

  • Rücksicht auf unterschiedliche technische Kenntnisse: Nicht alle Teilnehmenden sind mit Videokonferenzen vertraut.

Gerade in der Selbsthilfe ist es wichtig, dass niemand aufgrund technischer Hürden ausgeschlossen wird.

Datenschutz und Vertraulichkeit

Vertraulichkeit

  • Alles, was in der Gruppe besprochen wird, bleibt in der Gruppe.

  • Persönliche Informationen anderer Teilnehmender dürfen nicht außerhalb der Gruppe weitergegeben werden.

Aufzeichnungen

  • Audio- oder Videoaufnahmen sind grundsätzlich nicht erlaubt, sofern dies nicht ausdrücklich vorher gemeinsam beschlossen wurde.

  • Auch Screenshots sollten nicht erstellt werden.

Privater Raum

Teilnehmende sollten möglichst:

  • einen ruhigen und geschützten Raum nutzen

  • Kopfhörer verwenden, wenn andere Personen in der Nähe sind

  • darauf achten, dass Unbeteiligte Gespräche nicht mithören können

Testläufe durchführen

Gerade bei neuen Gruppen oder neuen Plattformen können Testläufe hilfreich sein.

Mögliche Maßnahmen:

  • ein kurzer Technik-Testtermin vor dem ersten Treffen

  • Anleitung zum Einstieg in die Plattform

  • gemeinsames Testen von Mikrofon und Kamera

  • Erklärung wichtiger Funktionen (Chat, Wortmeldungen)

Testläufe können Unsicherheiten reduzieren und verhindern, dass Teilnehmende aus technischen Gründen ausgeschlossen werden.

Zugänge klären und absichern

Digitale Treffen sollten so organisiert werden, dass unbefugte Personen möglichst keinen Zugang erhalten.

Empfehlenswerte Maßnahmen sind:

  • Nutzung eines Passworts für das Meeting

  • Versand des Zugangslinks nur an angemeldete Teilnehmende

  • Verwendung eines Warteraums, aus dem Teilnehmende zugelassen werden

  • keine öffentliche Veröffentlichung von Zugangslinks

  • Möglichkeit für die Moderation, Teilnehmende zu verwalten

Diese Maßnahmen helfen, die Gruppe vor Störungen oder unerwünschten Gästen zu schützen.

Grenzen der Selbsthilfe

Selbsthilfegruppen bieten gegenseitige Unterstützung, ersetzen aber keine professionelle Behandlung.

Daher gilt:

  • Die Gruppe gibt keine medizinischen oder therapeutischen Anweisungen.

  • Erfahrungen können geteilt werden, Entscheidungen trifft jede Person selbst.

  • Bei akuten Krisen sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

Es kann sinnvoll sein, Notfall- oder Beratungsstellen zu kennen.

Nachbereitung und Feedback

Am Ende eines Treffens kann eine kurze Reflexion hilfreich sein:

  • Wie war das Treffen für die Teilnehmenden?

  • Gab es technische Probleme?

  • Was hat gut funktioniert?

  • Was kann beim nächsten Treffen verbessert werden?

Regelmäßiges Feedback hilft, digitale Treffen langfristig zu verbessern.

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