Selbstliebe vs. Egoismus – wo ist der Unterschied?

Wie ich gelernt habe, mich selbst zu unterstützen

Das Treffen mit meinen besten Freunden steht schon seit Langem fest und ist morgen. Aber eigentlich fühle ich mich gerade nicht so, als ob ich das Haus verlassen möchte. Ist es egoistisch, so kurz davor abzusagen?

Ich denke, solche Gedanken hatten wir alle schon einmal. Aber nein, es ist nicht egoistisch. Selbstliebe und Egoismus können sich auf den ersten Blick ähneln, sind in Wirklichkeit jedoch zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Den Unterschied zu erkennen ist allerdings sehr wichtig, damit wir selbst besser Selbstliebe praktizieren können mit dem Wissen, dass wir damit auch anderen etwas Gutes tun. Denn ein Treffen mit meiner besten Freundin wird wahrscheinlich nicht besonders schön, wenn es mir gerade sehr schlecht geht. Am besten bitte ich sie deshalb, dass wir das Treffen verschieben.

Was ist der Unterschied zwischen Selbstliebe und Egoismus?

Selbstliebe ist die bewusste Annahme, Wertschätzung und Fürsorge für sich selbst, inklusive aller Stärken und Schwächen. Sie ist keine Arroganz, sondern ein gesundes Fundament für psychische Stabilität.

Selbstliebe ist unbequem, weil sie dich zwingt, ehrlich zu sein. Sie fordert von dir, dich selbst anzunehmen, auch wenn du Fehler machst. Auf dich selbst zu achten und für dich selbst zu sorgen, statt auf Rettung zu warten. Dich deiner Dunkelheit zu stellen und sie zu überwinden, anstatt sie zu ignorieren. Kurzgesagt: Selbstliebe bedeutet, dich wirklich kennenzulernen.

Egoismus hingegen bedeutet, dass eigene Interessen, Bedürfnisse und Vorteile rücksichtslos über die der anderen gestellt werden.

Egoismus entsteht oft dort, wo echte Selbstliebe fehlt. Ein Mensch, der sich selbst nicht wirklich liebt, sucht Bestätigung im Außen. Er manipuliert, kontrolliert, benutzt andere, um sich besser zu fühlen. Weil er tief in sich spürt, dass da ein Mangel ist.

Man könnte also sagen, dass Egoismus das hässliche Gegenstück zur Selbstliebe ist.

Warum sich selbst zu lieben schwer ist aber du es nicht länger unterdrucken sollst

Wenn Selbstliebe so essenziell ist, warum fällt sie uns dann so verdammt schwer?
Warum ist es für uns oft leichter, andere zu lieben als uns selbst?

→ Weil wir gelernt haben, uns nicht zu lieben. Man hört ständig Sätze wie:
„Sei nicht so egoistisch.“, „Denk nicht immer nur an dich.“ oder „Reiß dich zusammen.“

So bekommen wir schnell das Gefühl, dass wir Liebe, auch Selbstliebe,  erst verdienen müssen. Aber das müssen wir nicht. Wir müssen nur wieder lernen, uns selbst zu lieben.

Das ist sehr wichtig, denn:
Ohne Selbstliebe wirst du zu jemandem, der andere mit seiner unausgesprochenen Wut belastet.

Die größten Mythen über Selbstliebe

Ich muss mich selbst kennen, um mich selbst zu lieben

Selbstliebe kann ein Prozess sein, bei dem man sich selbst besser kennenlernt und dadurch auch mehr schätzen und lieben lernt.

Selbstliebe ist egoistisch

Nein. Egoismus sagt: „Ich bin wichtiger als du.“
Selbstliebe sagt: „Ich bin genauso wichtig wie du.“

Ein Mensch, der sich selbst liebt, wird andere nicht ausnutzen. Er muss es nicht, weil er sich selbst gibt, was er braucht.

Ich kann mich erst lieben, wenn ich perfekt bin

Perfektion ist eine Lüge. Sie wird niemals kommen. Du musst nicht darauf warten, dass du „dünn genug“ bist oder erst dann, wenn du in einer Beziehung bist.

Sich selbst zu lieben bedeutet nicht, sich immer gut zu fühlen

Sich selbst zu lieben bedeutet, auch in schwierigen Momenten freundlich mit sich umzugehen und sich selbst nicht abzuwerten.

Schritte, mit denen ich lerne, mich selbst zu lieben

Ich verstecke mich nicht mehr.

Ich versuche, ich selbst zu sein. Ich verhalte mich nicht mehr so und sage nicht mehr das, was andere von mir erwarten, sondern das, was sich für mich richtig anfühlt. Denn ich merke: Echtheit ist der Kern meiner Selbstliebe.

Das bedeutet für mich nicht, immer stark zu sein. Es bedeutet, dass ich authentisch sein darf mit meiner Freude, meiner Unsicherheit und meiner Verletzlichkeit.

Ich übernehme Verantwortung für mich selbst.

Wir haben alle schon oft gehört: „Du musst dich erst einmal selbst lieben, bevor andere das können.“ Und ich glaube, da ist etwas dran. Selbstliebe kann mir niemand abnehmen, ich muss sie selbst entwickeln. Niemand wird kommen und mich „retten“. Also lerne ich, Verantwortung für mich selbst zu übernehmen.

Ich höre auf, mich für alles zu entschuldigen.

Ich lerne, Ja zu mir zu sagen  auch wenn andere es nicht tun. Ich beginne, mich selbst als Priorität zu sehen, ohne mich schuldig zu fühlen. Und ich verstehe langsam: Die einzige Erlaubnis, die ich brauche, um mich selbst zu lieben, ist meine eigene.

Diese Schritte sind unbequem. Sie fordern mich heraus. Aber sie befreien mich auch.

Und ich merke immer mehr: Selbstliebe ist für mich kein Ziel. Sie ist ein Weg.

Meine persönlichen Empfehlungen

„Der Sophie Passmann Podcast“ ist eine Solo-„One-Woman-Show“ ohne Co-Host oder Gäste, in der die Autorin und Moderatorin Sophie Passmann jeden Freitag aktuelle Themen aus Popkultur und Gesellschaft bespricht.

Die folge 59 kann ich empfehlen, wenn du einfach einen ehrlichen Realitätscheck brauchst: Es fühlt sich an wie ein langes, deepes Gespräch mit einer guten Freundin, die zugibt, dass das mit dem Selbstrespekt verdammt harte Arbeit ist.

„Pause“ ist der berührende Debütroman der Stand-up-Comedienne Lena Kupke. Das Buch ist ein absolut ehrlicher, bittersüßer und zart-witziger Millennial-Roman über das Funktionierenmüssen, mentale Erschöpfung und Familiendynamiken.

Mach’s Besser ist DER Podcast für Selbstliebe, Manifestation, Mindset, Selbstwert, moderne Spiritualität und die Wissenschaft dahinter.

Erwarte ehrliche Insights, praktische Tipps und inspirierende Interviews mit Gästen, die ihren Weg bereits gegangen sind. Keine Theorie, sondern echtes Wissen für deinen Alltag.
Die folge 67 kann ich empfehlen, wenn du die Nase voll von Oberflächen-Selfcare hast. Es geht darum, wie du in den Momenten mit dir umgehst, in denen niemand zuschaut. Perfekt, wenn du dein inneres Fundament auf 5 ganz konkreten Ebenen aufbauen willst.
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Selbstliebe als Selbsthilfe

Das haben wir alle doch schon oft gehört : Sich selbst zu lieben macht alles besser und einfacher. Mit der Zeit wirkt es fast ein wenig nervig aber vielleicht steckt doch mehr Wahrheit darin, als es zunächst scheint.

Es kann sehr hilfreich sein, achtsam mit sich selbst umzugehen und die eigenen Reaktionen zu hinterfragen. Zum Beispiel: Warum reagiere ich gerade so? Könnte es einen bestimmten Grund dafür geben?

Wenn die eigenen Reaktionen verständlicher werden, entsteht oft weniger Überforderung. Viele Situationen fühlen sich dadurch leichter an. Wer sich selbst besser kennt, entwickelt mit der Zeit mehr Verständnis für sich  und daraus kann ganz von allein mehr Selbstliebe wachsen.

 

 

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